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Music

Techno bleibt!

Bild: Bella Christmann

Clubbesitzer Basti Simon im Interview

Das Szene-Urgestein bereichert das Stuttgarter Clubleben seit über einer Dekade. Welche Spleens DJs pflegen und warum jede Stadt einen Technoschuppen braucht, weiß Basti nur zu gut. In seinem Laden, dem „Lehmann“ in Stuttgart, wird auch Camel in Zukunft häufiger aufschlagen – mit Promotions, Give-aways und Gewinnspielen. Watch out! 

Viele tanzen gern im Club. Warum hast du einen gegründet?

Für mich fing alles 1999 an. Ich war damals Raver und Stammgast im „Club Prag“. Nach meinem Praktikum dort wurde ich Night Manager. Als der Club dann zumachen musste, wollten wir im Team aber unbedingt weitermachen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass die Party vorbei ist. Jetzt bin ich ein „Urgestein“ in der Szene und bestreite meinen Lebensunterhalt immer noch mit Techno.

Warum „Lehmann“?

Gefühlt hat damals jeder von uns Tausende von Namensvorschlägen gemacht. Eines Tages meinte einer der Mitgründer zu mir: Du erinnerst mich total an Herrn Lehmann aus dem gleichnamigen Film. Und dann haben wir gesagt: Komm, ist doch egal. Wenn der Laden nachher cool ist, ist der Name nicht so wichtig.

11 Jahre Clubleben – was hast du in dieser Zeit gelernt?

Entspanntheit. Am Anfang war ich immer aufgeregt, wenn ein großer Name in den Club kam. Mit zum Teil irren Forderungen, z. B. welche Farben von M&Ms Backstage rausortiert werden müssen. Heute bin ich viel ruhiger. Die kochen ja auch nur mit Wasser und man kann sehr viel Spaß mit diesen Menschen haben.

Gibt es den einen DJ, den du noch unbedingt buchen willst? Einen weißen Hai, der dir bis jetzt durchs Netz gegangen ist? 

Den weißen Hai hab ich schon gemacht. Mein großer Traum war immer, Richie Hawtin bei uns im Laden zu haben. Das haben wir vor zwei Jahren geschafft. Das war mega genial und ich hoffe, dass er bald mal wieder vorbei schwimmt.

Hat dein Club eine Stuttgarter Seele?

Viele Leute aus dem Team engagieren sich beim VfB Stuttgart und reisen auch mit zu Auswärtsspielen. Und wenn ich das richtig weiß, spricht der Großteil des Teams das unvermeidbare Schwäbisch. Da steckt also viel Stuttgart bei uns im Club. (lacht)

Du schilderst die Szene superharmonisch. Laut Klischee geht’s in Technoclubs etwas rauer zur Sache. Was stimmt nun?

Ach, im Nachtleben gibt es immer ein paar Zwischengeräusche. Aber im Alltag sind die Menschen, die bei uns tanzen, ganz normale Leute. Am Wochenende wollen sie frei sein. Darum ist es bei uns im Club auch nicht düster, sondern eher herzlich von der Atmosphäre. Unsere Gäste wollen bei uns Spaß haben und beim Techno gibt es ein großes Gemeinschaftsgefühl. Viel mehr noch als bei anderen Musikrichtungen. Im Club sind wir alle ein riesiges Team von Freunden.

Ist das auch ein Grund dafür, dass es Techno überhaupt noch gibt?

Mich wundert manchmal tatsächlich, dass Techno inzwischen so ein „Opa“ ist. Es hat immer Trends gegeben, die sind aufgepoppt und dann wieder verschwunden. Techno bleibt. Techno ist für mich das einzig wahre Clubleben. Zumindest in Deutschland heißt das: keine Gimmicks, keine CO2-Kanone, einfach nur tanzen.

Was hat sich in all den Jahren verändert?

Früher ist man in den Club gegangen, um Freunde zu sehen und neue DJs kennenzulernen. Dann flasht dich ein Track, den du noch nie gehört hast, und du rennst in den Plattenladen, um dir diese Platte zu holen und wie Gold in den Händen zu halten. Heute fragst du Spotify. Die Technik hat da viel geändert. Darum haben wir auch ein Fotoverbot im Club. Weil es langweilig ist, wenn die Leute nur auf ihren Bildschirm starren. Wir wollen, dass die Menschen feiern können, ohne Angst zu haben, dass sie bei einem Wildfremden auf Insta irgendwo im Hintergrund rumzappeln.

Wie wichtig sind Clubs für eine Stadt? 

Früher war die Clubverdrängung schon ein Problem. Das war ganz schlimm. Wenn’s zu laut war, gab’s sofort Beschwerden. Aber die Stadt hat gemerkt, dass ohne Clubs die Jungen und Kreativen abwandern. Dorthin, wo sie sich mehr verwirklichen und ausleben können. Wenn man beim Nachtleben zu restriktiv ist, muss man sich nicht wundern, dass die Leute nach Berlin und Barcelona abhauen. Eine Stadt braucht Clubs, um zu leben. 

Ausblick: Welche Highlights gibt es bald im „Lehmann“? 

An Weihnachten spielt DJ Hell bei uns. Heiligabend mit DJ Hell, das passt doch. (lacht) 

Genre:
Techno
Besitzer:
Basti Simon
Podcast:
lehmannclub.de/podcast
Homepage:
lehmannclub.de

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