Sorry, das ist nur was für Mitglieder

Melde dich an und freu dich über:

  • coole Gewinnspiele
  • neueste Infos zu angesagten Trends
  • interessante Insights zu unseren Produkten und Kampagnen

Now

Ich will die Welt bunt machen

Graffiti prägen den Urban Look von Berlin, New York und Bogotá mehr denn je! Wir haben den Sprayer Boogie gefragt, wie viel Underground heute noch im Graffiti steckt. Und warum es nie langweilig wird, den eigenen Namen immer wieder an Wände zu sprayen.
Hi Boogie! Du hast 225.000 Insta-Follower und reist als Graffiti-Artist um die Welt: Wie bist du das geworden? Ich bin seit 25 Jahren Sprüher und hab mich irgendwann gefragt: Hey, warum willst du dein Geld nicht mit dem verdienen, was du liebst? Und so kamen die ersten Jobs. Das fing an beim Wohnzimmer für einen Freund und ging übers Garagentor – also die ganz klassische Karriere. Ich hab danach ein paar Auftragsarbeiten gemacht und hab dann aber gesagt, ich will nicht der sein, der dir einen fotorealistischen Sonnenuntergang mit Delfinen irgendwohin malt. Sondern ich möchte meinen eigenen Scheiß machen. Und das hab ich dann auf Social begleitet. Und jetzt war ich schon in über 30 Ländern unterwegs. Und das alles wegen Graffiti. Du sprayst exklusiv nur deinen Namen. Kannst du erklären, was es damit auf sich hat? Mich haben ja schon echt viele gefragt: Warum machst du denn nicht mal was anderes. Warum schreibst du denn immer nur deinen Namen. Aber es liegt halt in der Natur des Graffiti, seinen eignen Namen zu verbreiten. Und der Name Boogie eignet sich dafür fantastisch. Es sind schöne Buchstaben, da ist das doppelte o und aus dem i kann ich auch immer was Schönes machen. Und der Begriff ist halt cool – everybody boogie now – das ist ne gute Message. Mein Claim ist deshalb auch Boogie is my friend. Und das alles mit frischen Farben. Ich mag halt eine positive Ausstrahlung. Selbst wenn jetzt jemand, der damit nichts zu tun hat, an der Bahnlinie vorbeifährt, dann sticht ihm ein Bild aus der grauen Tristess entgegen. Und der sagt: Vielleicht ist es illegal, aber es sieht geil aus. Es ist also manchmal ganz einfach, ich will die Welt bunter machen.
Aber wird es nicht langweilig, immer nur den eignen Namen zu schreiben? Klar ist da Routine drin. Aber ich hab ja immer meinen eignen Anspruch. Ich will ja immer besser werden. Das werd ich nie verlieren. Wenn du denkst, das mach ich im Schlaf, dann kannst du auch gleich aufhören. Du hast schon Wände bemalt, die sind 60 Meter hoch. Du hast schon Wände bemalt, die sind 60 Meter hoch. Wie funktioniert so was? Bei so einem großen Projekt entstehen viele Sachen spontan. Oft arbeite ich dann mit anderen Künstlern zusammen. Wir setzen uns mit iPad oder Zettel und Stift hin und skizzieren was. Da musst du den Leuten, mit denen du das machst, vertrauen. Dann wird das Ergebnis auch extrem gut. Bei einem 60-Meter-Monster muss im Vorfeld schon detailliert klar sein, wie das Ding am Ende aussehen soll. Das geht ja schon dabei los, wie viel Farbe du brauchst. Das musst du genau planen, sonst klappt das nicht.
Kannst du uns was über den Sprayer Code sagen? Also z. B. ist es erlaubt, ein anderes Graffiti zu übermalen?  Graffiti ist temporär. Manchmal ist das schade, aber jeder in der Szene weiß, dass das nicht bleibt. 95 % meiner Graffiti gibts nicht mehr. Und wenn da schon ein Bild an der Wand ist, dann gehe ich da ran, wenn ich felsenfest davon überzeugt bin: Ich mach was Besseres. Und dann kann’s halt sein, dass drei Tage später da schon wieder wer anderes was drüber gemacht hat. Es gibt schon einen Battle-Gedanken, sich zu pushen, besser zu sein. Aber natürlich gibt es gewisse Legenden, an deren Graffiti gehst du nicht ran. Hier in Basel gibt es ein paar Grafitties von Sigi, der vor 10 Jahren gestorben ist. Die sind zum Teil schon ausgeblichen aber da malst du einfach nicht drüber. Da geht’s um Respekt. Graffiti galten lange Zeit als Underground, trotzdem sehen wir sie überall. Graffiti galten lange Zeit als Underground, trotzdem sehen wir sie überall. Wie passt das zusammen? Die Leute haben halt erkannt, das Graffiti den Charakter einer Stadt zeigen kann. Dass sich viel bewegt, siehst du an den Murals, über die jetzt oft auch im Kontext von #blm berichtet wird. Das ist halt nicht nur ne bunte Wand, sondern Kunst mit einer tiefen und aufrüttelnden Aussage. Und für diese Akzeptanz ist es aller höchste Eisenbahn. Die Sprayer Community, das ist eine einmalige Bewegung und eine wichtige Kunstform. Es wird Zeit, dass das einen Stellenwert findet. Jetzt merkst du, dass Typen, die sich seit Jahren den Arsch aufreißen, dass die jetzt mit ihrer Leidenschaft und dem, was sie können, ihren Lebensunterhalt und ein paar Lorbeeren verdienen. Das ist super! Die haben im Verborgenen angefangen, haben sich ihre Street Credits verdient.
Wie wichtig es denn der Graffitti Lifestyle für das urbane Leben? Das ist eine gute und große Frage! Klar werden immer mehr Flächen freigegeben. Da werden dann auch lokale Projekte und Künstler integriert. Ey, Graffiti gehört zum urbanen Lifestyle dazu. Das ist ein Zeichen dafür, das Leben da ist, dass da was passiert. Aber natürlich, das Illegale gehört zur DNA dazu, es wird in 20 Jahren noch Typen geben, die einen Zug anmalen, das wirst du nie vermeiden können. Das ist das Abenteuer in der großen Stadt.   Boogies Website: www.boogieismyfriend.com Boogies Insta: www.instagram.com/boogiesml

Bist du mit dabei?

Melde dich an und freu dich über:

  • coole Gewinnspiele
  • neueste Infos zu angesagten Trends
  • interessante Insights zu unseren Produkten und Kampagnen